Damit aus Abfall wieder Humus wird: Tag der Erde

Der Tag der Erde erinnert am 22. April jedes Jahr daran, wie eng unser Alltag mit den natürlichen Kreisläufen unseres Planeten verbunden ist. Gerade im Haushalt entscheiden oft kleine Handgriffe darüber, ob wertvolle Ressourcen erhalten bleiben oder verloren gehen. Ein häufig unterschätztes Beispiel dafür ist der Umgang mit Bioabfällen.
Warum Bioabfall nicht in den Restmüll gehört
Noch immer besteht ein großer Teil des Restmülls in Niederösterreich aus biogenen Abfällen, also organischen Materialien wie Lebensmittelresten, Obst- und Gemüseschalen oder Gartenabfällen.
Besonders problematisch: Mehr als die Hälfte davon, etwa 21 Kilogramm, sind noch genießbare Lebensmittel, die eigentlich vermeidbar wären. Das zeigt die aktuelle Restmüllanalyse 2025, die im Auftrag des Landes Niederösterreich durchgeführt wurde.
Diese Fehlwürfe haben mehrere Nachteile. Bioabfälle enthalten viel Feuchtigkeit und sind deshalb für die thermische Verwertung (die bei der Restmüllverwertung angewendet wird) nur bedingt geeignet, weil der Wassergehalt den Brennwert deutlich reduziert. Gleichzeitig gehen wertvolle Nährstoffe verloren. Werden biogene Abfälle im Restmüll entsorgt, werden sie endgültig aus dem natürlichen Kreislauf ausgeschlossen.
Lebensmittel im Restmüll: ein vermeidbarer Verlust
Die Restmüllanalyse zeigt außerdem: Jährlich landen in Niederösterreich über 35.000 Tonnen noch genießbarer Lebensmittel im Restmüll. Am häufigsten betroffen sind Brot und Gebäck, gefolgt von Obst und Gemüse sowie Milchprodukten und Fleischwaren.
Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch das Haushaltsbudget.
Darum gilt: Vermeidbare Lebensmittel sollten gar nicht erst im Abfall landen. enn Speisereste doch entsorgt werden müssen, gehören sie zumindest in die Biotonne oder auf den Kompost. Nur so können sie wieder Teil des natürlichen Kreislaufs werden.
Vom Bioabfall zum Humus
Werden Küchen- und Gartenabfälle getrennt gesammelt, können sie kompostiert werden. In Kompostanlagen werden zunächst Störstoffe entfernt, anschließend beginnt der Kompostierungsprozess.
Durch die Mischung mit Strukturmaterialien wie Stroh, Holz oder Strauchschnitt und durch regelmäßige Belüftung entsteht nach einigen Wochen oder Monaten Humus – eine nährstoffreiche Erde, die Böden fruchtbar hält, Wasser speichert und CO₂ im Boden bindet. Der fertige Kompost wird vor allem in der Landwirtschaft genutzt, teilweise auch Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt.
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Mehr Informationen Was gehört zum Bioabfall?
Damit aus Bioabfällen wertvoller Humus entstehen kann, ist die richtige Trennung entscheidend. In die Biotonne gehören alle organischen Abfälle aus Küche und Garten.
Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen vermeidbaren Lebensmittelabfällen und nicht vermeidbaren Küchenabfällen. Vermeidbar sind Lebensmittel, die eigentlich noch essbar wären oder bei rechtzeitiger Verwendung noch genießbar gewesen wären – etwa schrumpelige Gurken, trocken gewordenes Brot oder Reste von Reis und Nudeln. Nicht vermeidbare Abfälle entstehen hingegen bei der Zubereitung von Speisen, etwa Apfelgehäuse, Gemüseschalen oder Fischgräten. Dann wären da noch die organischen Abfälle, wie Gartenabfälle, Gras, Äste, Laub, Strauch- und Grünschnitt, Schnittblumen oder Topfpflanzen (ohne Topf).
Ein Beitrag zum Kreislauf der Natur
Der richtige Umgang mit Bioabfällen ist ein wichtiger Beitrag zu funktionierenden Stoffkreisläufen und zum Schutz unserer Böden. Wer Bioabfälle richtig trennt, hilft mit, dass aus Küchen- und Gartenresten wieder wertvoller Humus entsteht.
Gerade am Tag der Erde wird deutlich: Aus Abfall kann wieder eine Ressource werden – wenn wir ihn richtig trennen.